Donnerstag, 31. Juli 2008

Moderner Exorzismus

Manchmal, beim Lesen der ein oder anderen Nachricht im Internet, kratzt man sich schon am Kopf und fragt sich:

"Wer ist hier eigentlich ins Sommerloch gepurzelt - der Journalist, oder derjenige, über den berichtet wird?"

Hintergrund ist der folgende: Der Spiegel (welchen man schon fast für ein Revolverblatt halten könnte) berichtet über den Rauswurf von Wolfgang Clement in markigen Worten wie

"Hilfloser Exorzismus" (mehr...)

Die Schlagzeile der Zeitung mit den vier Buchstaben will ich in diesem Zusammenhang besser gar nicht wissen.

Also, Exorzismus wird da betrieben. Das Austreiben des Teufels aus Mensch, Tier Ort und Dingen, wie Wikipedia feststellt (mehr...). Ein normaler Rausschmiss reicht scheinbar nicht, man muss religiöse Vergleiche bemühen. Weil der Artikel sonst nicht gelesen wird?

Merkwürdig stimmt es schon, denn der Rauswurf eines anderen Genossen aus Niedersachsen vor einigen Monaten wurde im gleichen Medium neutral bis wohlwollend kommentiert (mehr...).

Aber zugegeben, ein Detlev von Larcher ist eben kein Wolfgang Clement. Und vielleicht auch kein beliebter Medienpartner für die Journalisten.

Wie dem auch immer sei: Das war ein klassisches Sommerloch-Thema.

Sonntag, 27. Juli 2008

Ein Tag in gelb (III) [Update]

Geschafft, fix und foxi, erschöpft: das sportlich-ehrgeizige Ziel unter zehn Stunden zu bleiben, wurde beim "Tag in gelb" (mehr...) leider nicht erreicht. Grund für das Letztere war übrigens eine Störung im Betriebsablauf, und das wiederum kam mir aus der Romanvorlage von Keith Lowe ("Auf ganzer Linie") doch irgendwie bekannt vor, der Marsch durch dunkle, schmutzige Tunnels blieb uns aber zum Glück erspart.

Doch soll der positive Aspekt dieser Betriebsstörung auch nicht vergessen werden: auf diese Art und Weise wurde die Haltestelle "Rathaus", welche das gelbe Trio grandios und ungewollt umschiffte, doch noch zur fotografierten Haltestelle.

In Kürze gibt es mehr zum Tag in gelb hier in diesem Blog, beim einen C (mehr...) und auf der Projektseite von "Ein Tag in gelb" (mehr...).

[Update 28.07.2008: In der Printausgabe der heutigen "Stuttgarter Zeitung" ist dem "Tag in gelb" auch ein Beitrag gewidmet worden. Dazu haben uns eine Redakteurin der Stuttgarter Zeitung und ein Fotograf auf einem Teilstück der Reise begleitet.]

Mittwoch, 16. Juli 2008

Geschrumpft

Niedersachsen scheint irgendwie kleiner geworden zu sein, wenn man den Ausführungen von Reinhard Mohr bei Spiegel Online Glauben schenken mag (mehr...). Mohr schreibt über den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff:

Ihm aber, Wulff, Mutter aller Schwiegersöhne zwischen Peine und Lehrte, fehle nach eigener Aussage "der unbedingte Wille zur Macht". Anders als Roland Koch und Angela Merkel, als deren potentieller Nachfolger er vielen politischen Beobachtern bis gestern galt, sei er halt "kein Alphatier".

Nun ist es aber so... Niedersachsen umfasst ja schon etwas mehr als nur die 30 Kilometer zwischen Peine und Lehrte. Erheblich viel mehr, ungefähr das 50-fache.

Ich vermute nur, dass man das von Berlin aus wohl nicht mehr so richtig erkennt, geschweige denn beurteilen kann*. Aber vielleicht lädt Christian Wulff Reinhard Mohr zu einem netten Plausch nach Hannover ein um ihm zu zeigen, wie groß dieses Bundesland wirklich ist. Und wo Peine liegt. Und Lehrte.

Um in Zukunft weitere Peinlichkeit im Spiegel zu vermeiden (obwohl...)

* ein kurzer Blick bei Wikipedia hätte hier auch Schlimmeres vermeiden können.

Montag, 14. Juli 2008

Berechnungen

Seltsam, äußerst seltsam.

Höhere Mathematik

Entweder habe ich in der Schule nicht so richtig im Mathematikunterricht aufgepasst oder jemand anderes nicht.

99,999,9%?

Ein Tag in gelb (II)

Die Startzeit für den "Tag in gelb" wird vorgezogen (siehe diesen Kommentar hier bzw. folgenden Eintrag auf der Projektseite im Blog des einen C):

Sie ist jetzt 09:27 Uhr.

Sonntag, 13. Juli 2008

Lieber Otto Schily

es heißt, Du seist ein begnadeter Jurist. Es heißt, Du würdest juristischen Fragen mit einer seltenen Brillanz begegnen. Das mag alles zutreffen, bewerten kann ich es indes nicht, weil ich kein Jurist bin.

Eines aber ist mit Sicherheit nicht zutreffend: deine gestriege Aussage nämlich, wonach "Alle Versuche, den Kurs der Partei über Ausschlussverfahren zu verändern, (...) zum Scheitern verurteilt [sind]" (mehr...).

Ich will es aber nicht dabei belassen, diese Aussage einfach als nicht zutreffend zu bezeichnen. Das wäre zu billig und der Sache nicht angemessen. Zudem reizt es mich zu sehr, hier den Finger in die Wunde zu legen. Das mag man für sadistisch halten, aber die Wahrheit kann nun mal eben schmerzen.

Aber zum Thema, warum ist die Aussage nicht zutreffend?
  1. Es ist in der Tat möglich, über ein Ausschlussverfahren den Kurs der Partei zu verändern. So geschehen beispielsweise beim ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Detlev von Larcher, der in einem Leserbrief vor der Niedersachsenwahl 2008 dazu aufrief, die SPD eben nicht zu wählen und stattdessen die Stimme den Linken zu geben (mehr...). Zwar mag Detlev von Larcher in seiner Bedeutung nicht der von Wolfgang Clement entsprechen, aber mir ist bislang nicht bekannt, dass die SPD eine Hierarchie gleich einem Bonuspunktesystem errichtet hat.
  2. Der Atomausstieg und der wegen problematischer Kohlekraftwerke beschlossene Fokus auf erneuerbare Energien wurde im Wahlprogramm der hessischen SPD konsequent weiterentwickelt. Diese Entwicklung entsprach dem Kurs der Partei. Dass sich der Genosse Wolfgang Clement vor der Hessenwahl von genau diesem Kurs distanzierte und dazu aufrief, die Wählerinnen und Wähler im Bundesland Hessen sollen genau abwägen, wem sie unter diesem Gesichtspunkt ihre Stimme geben sollen, ist mit Punkt 1 vergleichbar. Die Anträge auf einen Parteiausschluss waren damit gerechtfertigt, da das Verhalten parteischädigend war. Die Einzelmeinung des Wolfgang Clement allerdings als Kurs der Partei auszugeben und damit im Nachhinein die Sachlage für die Hessenwahl zu verändern, halte ich deshalb für fragwürdig.
  3. Die Frage nach der Nutzung von Kernenergie und Kohlekraft hängt nicht von einem Verbleib Wolfgang Clements in der SPD ab. Das würde bedeuten, dass die SPD mit Wolfgang Clement sich wieder der Kernenergie zuwendet, was nicht erkennbar ist, oder umgekehrt bedeuten, dass die SPD ohne Wolfgang Clement einen anderen energiepolitischen Kurs einschlagen würde. Beides ist bisher aber nicht erkennbar, oder jedenfalls nicht offensichtlich erkennbar.
Ich räume allerdings - zu Deinen Gunsten - die Möglichkeit ein, dass es noch nicht bekannte Sachverhalte gibt, welche Dich zu Deiner Meinung veranlassen. Sollte das so sein und sollten diese Sachverhalte nicht strikter Geheimhaltung unterliegen - for whatever reasons - wäre nicht nur ich brennend daran interessiert, diese zu erfahren.

Mit solidarischem Gruß

Crabby Jack

Crabby Jack

- Wäre die Erde eine Bank, hätte man sie schon längst gerettet.

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Comments

...dumm nur, dass ich...
...dumm nur, dass ich gar kein Geld in der Schweiz...
derCobold - 10. April, 22:21
Ja Mist
Du hast recht, und ich dachte zuerst, es sei Altbundespräsident...
CrabbyJack - 8. Januar, 17:12
Wenn das im Hintergrund...
Wenn das im Hintergrund nicht mal Joachim Gauck ist.
derCobold - 7. Januar, 23:59
Respekt! Ganz schön früh...
Respekt! Ganz schön früh dran, dieses Jahr. Vielleicht...
derCobold - 10. Dezember, 09:03
Respekt! Ganz schön früh...
Respekt! Ganz schön früh dran, dieses Jahr. Vielleicht...
derCobold - 10. Dezember, 09:03
Wo kommt er her? Wo geht...
Wo kommt er her? Wo geht er hin? Fragen über Fragen...
derCobold - 8. Dezember, 19:58
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Das kommt davon, wenn man kein Respekt vor dem Alter...
derCobold - 20. Juni, 20:52

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