Peinliches!

Mittwoch, 16. Juli 2008

Geschrumpft

Niedersachsen scheint irgendwie kleiner geworden zu sein, wenn man den Ausführungen von Reinhard Mohr bei Spiegel Online Glauben schenken mag (mehr...). Mohr schreibt über den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff:

Ihm aber, Wulff, Mutter aller Schwiegersöhne zwischen Peine und Lehrte, fehle nach eigener Aussage "der unbedingte Wille zur Macht". Anders als Roland Koch und Angela Merkel, als deren potentieller Nachfolger er vielen politischen Beobachtern bis gestern galt, sei er halt "kein Alphatier".

Nun ist es aber so... Niedersachsen umfasst ja schon etwas mehr als nur die 30 Kilometer zwischen Peine und Lehrte. Erheblich viel mehr, ungefähr das 50-fache.

Ich vermute nur, dass man das von Berlin aus wohl nicht mehr so richtig erkennt, geschweige denn beurteilen kann*. Aber vielleicht lädt Christian Wulff Reinhard Mohr zu einem netten Plausch nach Hannover ein um ihm zu zeigen, wie groß dieses Bundesland wirklich ist. Und wo Peine liegt. Und Lehrte.

Um in Zukunft weitere Peinlichkeit im Spiegel zu vermeiden (obwohl...)

* ein kurzer Blick bei Wikipedia hätte hier auch Schlimmeres vermeiden können.

Sonntag, 30. März 2008

Ein Schnitzel für den Spitzel

Gut, die Stasi-Methoden bei Lidl haben wir alle schon irgendwo geahnt, spätestens seit dem Schwarzbuch Lidl. Heute erfährt man, dass neben Plus (mehr...) scheinbar auch Schlecker Mitarbeiter überwachen lasst - und bestimmt auch lustige Akten anlegt nach dem Motto:

Frau M. ist an beiden Unterarmen tätowiert. Ihr Freundeskreis besteht größtenteils aus Drogenabhängigen.

Sag mir Deinen Spitzel, und ich sag Dir wer Du bist.

Interessant wäre es aber mit Sicherheit auch mal zu erfahren, was die Lidl-Oberen in ihrer Freizeit so alles treiben und wo. Ob das Bücher füllen könnte? Ich vermute es fast.

Uns Kunden bleibt derweil eine Möglichkeit, die Holgi bei Nightline skizzierte (mehr...):

beim Einkaufen mal ganz genau nachsehen und gegebenenfalls einen Joghurt vor die Linse

Oder zwei... oder drei... einkaufen braucht man ja dort nicht zwingend etwas.

Freitag, 7. März 2008

Sprachlos

Ja, beim Lesen dieses Beitrages bei Bildblog (mehr...) bin ich einfach nur noch sprachlos.

Schlimm genug, dass die Bild-Zeitungs-Redakteure eine Flugzeuglandung für latent frauenfeindliche Parolen missbrauchte (wie ich schon mal hier berichtete), jetzt wurden die Paparazzi losgeschickt.

Was mir bei sowas durch den Kopf geht, wäre bei einer Realisierung strafbar. Menschenwürde ist für die Bild-Zeitung eben ein Fremdwort.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Armleuchter!

Ja, es ist mir völlig klar, das ist beleidigend, aber es ist leider auch zutreffend. Wie die Frankfurter Rundschau schreibt, sind die Banker völlig ratlos, warum die Deutschen partout nicht konsumieren wollen (mehr...). Denn schließlich, so der Tenor, sei "das Geld ja da". Die gestiegenen Preise für Energie und Nahrungsmittel hätten den Deutschen die Einkaufslaune verdorben.

Leute, Ihr seid echt die Helden. Wisst Ihr, was mir die Einkaufslaune verdirbt? Beispielsweise Euer völlig ahnungslos und inkompetentes Geschwafel. Da wundert es mich ehrlich gesagt nicht, dass Ihr Euch allesamt auch über wundersame Kreditausfälle wundert. Wenn Ihr den Rest von Eurem durch Gier zersetzten Hirn mal nur für fünf Minuten zum Nachdenken nutzt, dann würdet Ihr unter anderem feststellen dass:
  1. man den Menschen Geld geben muss, damit sie konsumieren können. Der Miniaufschwung hat nämlich ganz offensichtlich nur die hohen Einkommen begünstigt und die konsumieren in Relation zur übrigen Bevölkerung eher weniger. Für diese simple Erkenntnis benötigt man nur ein klein wenig logischen Denkens.
  2. die ständige Panikmache wegen Überalterung und dem rein wirtschaftlich motivierten Bashing (mehr...) der gesetzlichen Rentenversicherung dazu führte, dass einige - aus Sicht von Banken und Versicherung aber zuwenige - privat vorsorgen, mit dem Ergebnis, dass dieses Geld dem Konsum entzogen wurde. Wie man einerseits sparen und andererseits konsumieren kann, das versteht nur noch ein ganz besonders schlauer Kopf. Ich vermute aber fast, das wäre nicht mehr legal.
  3. die Mehrwertsteuererhöhung (bewusst) dem Konsum geschadet hat. Mit diesen Mehreinnahmen wird ja unter einem eine völlig unnütze und volkswirtschaftlich unwirksame Steuersenkung für Unternehmen finanziert. Dass die Motivation, durch Konsum die Steuererleichterung für andere zu bezahlen, gering ist, merkt man in ganz anderen Zusammenhängen, z.B. wenn man einen Arbeiter nach Hartz-IV-Empfängern befragt.
  4. Angst eine schlechte Konsumhilfe ist. Zumal gerade die Konsumenten, auf die es ja eigentlich ankommt, Angst um Ihre Jobs haben - aktuellstes Beispiel BMW (mehr...). Das führt uns aber auch fast schon wieder zu Punkt eins.
Und jetzt geht besser noch mal in Euch, überlegt, was Ihr da zum Besten gegeben habt, und löst dieses Rätsel. Es ist gar nicht so schwer, man muss es nur wollen.

Ich helfe Euch aber auch gerne - gebt einfach kurz Bescheid. Für mich gelten übrigens die gleichen Tagessätze wie für McKinsey und Co.

- cut -

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Donnerstag, 14. Februar 2008

The next Mathias Richling

In diesen Tagen entpuppen sich einige Zeitgenossen als geniale Satiriker oder Kabarettisten. Völlig unerwartet, aber die liefern echte Brüller ab. Teilweise müssen sie noch ein bisschen an den Pointen feilen, es funktioniert mittlerweile jedoch schon ganz gut.

Beispiele gefällig?

Über die Verhaftung des Postchefs Klaus Zumwinkel sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Rainer Wend (mehr...):

"Da geht wieder ein Stück Vertrauen in unsere Eliten verloren."

Klasse, oder? Kurz, knackig, brillant. Gebt ihm einen Job beim "Scheibenwischer" oder bei "Neues aus der Anstalt".

Auch ganz dufte finde ich mittlerweile Hans-Olaf Henkel, der betreibt Satire vom allerfeinsten, leider wird es noch nicht so honoriert. Über das Wahlrecht in Deutschland meinte er kürzlich im Stern (mehr...):

Ein Mehrheitswahlrecht nach französischem Vorbild ermöglicht stabile Regierungen

Oder auch große Klasse seine These zum Linksruck in Deutschland, bislang eigentlich nur von Dr. Westerwelle diagnostiziert:

Die Situation erinnert mich an die Sache mit der "Pamia", dem Schulschiff, das in den 50er Jahren gesunken ist: das ist gesunken, weil die Ladung auf eine Seite verschoben wurde und Deutschland rutscht nach links, und was für ein Segelschiff gilt gilt auch für die Gesellschaft: wenn die Ladung sich auf einer Seite befindet, egal ob Backbord oder Steuerbord, dann kann ein Schiff in Not geraten wenn ein Sturm kommt - und damit müssen wir in Deutschland rechnen

Der war auch gut, eigentlich tauglich für eine eigene Sendung.

Ich bin beruhigt: Das deutsche Kabarett ist gerettet! Es gibt also wieder Hoffnung!

- cut -

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Samstag, 9. Februar 2008

Das waren noch Zeiten...[Update]

...als ich meine Steuererklärung von Hand ausfüllte und die Anhänge zu den jeweiligen Anlagen mit OpenOffice erstellte, alles ausdruckte, zusammenfasste und beim lokalen Finanzamt vorbeibrachte.

Das waren vor allem deshalb noch Zeiten, weil ich mich nicht mit nichtfunktionierender, defekter oder schlicht irreleitender Steuersoftware herumärgern musste, die mir entweder stets ein Kindermädchen unterjubeln wollte oder einfach nicht startet. Die Idiotenrennbahn im Einkommensteuergesetz ist da wirklich das kleinere Übel...

Nun, da mir Softwareentwicklung nicht völlig fremd ist, habe ich aber das Gefühl, dass ich wohl nur dann noch glücklich werde, wenn ich

a.) wieder alles von Hand mache (Jippie! Es lebe der Fortschritt) oder
b.) Friedrich Merz seine Bierdeckelträume wahrmacht (unrealistisch, in jeder Hinsicht) oder
c.) mir die Steuersoftware selbst programmiere.

Im letzteren Falle wüsste ich dann (vermutlich) auch, was ich gemacht und zu verantworten habe und wie ich eventuelle Fehler, die ich nie machen werde *hüstel*, behebe.

Schlussendlich will ich den Programmierern der Steuersoftwareprodukte noch eine Seite zum verinnerlichen:

Programmfehler

Wir können alle froh sein, dass Ihr nur Steuersoftware entwickelt und nicht Programme, bei denen das Überleben von Menschen von diesen Programmen abhängt.

- cut -

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[Update wegen Korrektur von Rechtschreibfehlern]

Mittwoch, 6. Februar 2008

Wenn's ums Geld geht

Tja, wir haben es alle irgendwo geahnt, wenn man sein bisschen Geld, das man noch hat, vernünftig anlegen will, befragt man besser sich selbst als einen Bankberater. Letzteres scheint einem nur irgendeine lustige Anlageform unterjubeln zu wollen, mit der fette Prämien eingestrichen werden und fette Verluste vorprogrammiert sind. Und das mit vollster Absicht und auf Druck der jeweiligen Vorgesetzten.

Denn schenkt man einem Beitrag der Wirtschaftswoche Glauben (mehr...), so scheinen in den Filialen deutscher Banken Zustände wie bei Drückerkolonnen zu herrschen.

Wenn es darauf ankommt, verkaufen wir einem Eskimo einen Kühlschrank - so wird beispielsweise eine Mitarbeiterin einer Bank zitiert; das sind aber noch die harmloseren Aussagen und Handlungsweisen (und für einen Eskimo ist das Geschäft mit dem Kühlschrank verglichen mit den verkauften Bankprodukten wohl noch das Bessere). Ich empfehle die dringend die Lektüre des Artikels; vor allem, wenn man selbst etwas Geld anlegen will (also, ich nicht, aber es soll ja noch Menschen geben, die nicht von Banken betrogen wurden).

Was mittlerweile aber bei Banken ganz gut klappt, ist die Videoüberwachung. So hat die Stuttgarter Volksbank mit Hilfe der Videoüberwachung unlängst den Verursacher bzw. die Identität des Verursachers einer Verschmutzung des Bankfoyers ausfindig gemacht, um diesem bzw. dem Erziehungsberechtigten die Rechnung für die Reinigung in Höhe von 50 EUR zuzustellen (mehr...).

Dass einem aber auch wirklich bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Geld aus der Tasche gezogen wird1.

- cut -

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1 - Und wer reisst die Klappe beim Thema "Private Altersvorsorge" richtig weit auf? Der Bankberater des Vertrauens *hust*

Samstag, 19. Januar 2008

Frauen [Update]

Wer sich die Auslassungen des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Clement in der "Welt" (mehr...) zu Gemüte führt, wird sich schon die mal Frage stellen, ob der Grund nicht vielmehr tiefenpsychologischer Art ist: Hat hier jemand Angst vor Frauen (technischer ausgedrückt, eine Gynäkophobie)?1

Mit Dank an den Chaoszwerg für diesen Denkanstoß.

[Update: mein P.S. - siehe unten - hat wohl bei Peter Struck für einen Denkanstoß gesorgt...]

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1 - vielleicht gilt aber auch nur wieder: "Wes' Brot ich ess', des Lied ich sing..."

Mittwoch, 28. November 2007

Klappe halten

Die Klappe halten sollte nicht Oswald Metzger - der hält sich ohnehin nicht daran - nein, die Klappe halten sollte man, wenn man sich im Bundesland Bayern befindet.

Vor allem, wenn sich das Thema um den Papst dreht. Und wehe dem, der auch nur ein kritisches Wort wagt. Dem droht nämlich ein lustiger Großeinsatz der Polizei (mehr...).

Das probiere ich jetzt mal für Hessen aus.

Die 40 Millionen, die der Papstbesuch kostete, hätten besser verwendet werden können.

Dieser Satz war ursächlich für den Polizeieinsatz. Und jetzt bin ich mal gespannt, wann die Einsatzhundertschaft meinen Vorgarten stürmt.

- cut -

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Montag, 12. November 2007

Dicke Abfindungen

Nein, das wird kein peinlicher Beitrag über Punktezählen oder sonstige Diätversuche. Obwohl das auch mal interessant wäre.

Es ist aber ein ganz anderes Thema: Die Zeitung "Die Welt" schreibt, dass schlechte Chefs dicke Abfindungen bekommen (mehr...). Das ist zwar keine ganz neue Erkenntnis, aber interessant ist, dass die eher bürgerlich-konservative "Welt" darüber berichtet. Dort werden solche "Neiddebatten" ja eher unterdrückt.
Das Paradoxon ist aber bemerkenswert; egal, wie man es dreht und wendet, man würde doch eigentlich eher den Chefs eine hohe Abfindung anbieten, die auch einen Garant für einen größeren wirtschaftlichen Erfolg bieten. Womöglich steckt hinter dem Vorgehen der schlechten Chefs Methode - man bemüht sich regelrecht mit Vorsatz darum, ein schlechtes Ergebnis zu erreichen. Um anschließend gefeuert zu werden und mit der dicken Abfindung davonzuziehen1; und da gibt es ja auch ganz nette Modelle bis hin zur lebenslangen Jahresrente, was man sonst nur von Glücksspielen kennt. Oder sonst irgendwelche netten kleinen Dinge, die das Leben einem so bietet. Die Frage bleibt, warum die Eigentümer von Unternehmen scheinbar in schöner Regelmäßigkeit auf diesen Managertypus reinfallen?

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1 - Leider tauchen die Kerle von alleine irgendwann wieder auf; bevorzugt, wenn die Portokasse alle ist. Man ist sie also nicht mal los.

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