Sonntag, 11. März 2012

Tröt

Der ehemaliger Bundespräsident Christian Wulff wurde nach langem Hin und Her also doch noch verabschiedet, und als einfacher Mensch aus dem Volk gab es dann von selbigem die Verabschiedung mit Vuvuzelas (mehr...). Ein solch rührseliger Abschied, zumindest ich hatte Tränen der Rührung, ruft naturgemäß Neider auf den Plan. Und so überrascht es nicht, dass sich der ehemalige HRE-Chef Georg Funke, derzeitige Residenz Mallorca, darüber beschwert, nicht auf gleiche Art und Weise verabschiedet worden zu sein (mehr...). Statt dessen würde man ihn wie einen Bankberater behandeln. Was dann doch etwas seltsam anmutet, da er einer ist. Zumindest, wenn man dem Eintrag bei Wikipedia zur HRE Glauben schenken mag.

Aber in dieser Republik, so scheint es und ist doch wohl einmal mehr die traurig Feststellung, kann man es wohl niemandem mehr recht machen. Nicht mal mehr denen, die man rettet.

Rennfahrer unter sich

Verabschieden auch Sie rührselig: Vuvu und Zela (v.r.n.l.), im Hintergrund schreibt ein Verabschiedeter schon eine freundliche Bewertung für diese Webseite.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Besser nicht

Es hat sich also ausgewulfft. Der Bundespräsident Wulff ist jetzt Bundespräsident a.D., ein vollständiger zudem, denn er erhält den Ehrensold (mehr...), den er eigentlich gar nicht haben wollte (mehr...). Zumindest hat er das früher gesagt, aber da stand ja auch noch nicht fest, dass er für das Abbezahlen seiner Hauskredite so früh auf den Ehrensold zurückgreifen müsste. Und die Vorstellung, einen mittellosen Bundespräsidenten a.D. vor sich zu haben (mehr...), hat manche dann doch verschreckt.

Aber irgendwie kann ich das nicht verstehen, denn der Bundespräsident a.D. hat doch viele Freunde, und wahre Freunde gehen mit einem durch dick und dünn. Er sollte also weich fallen, und wenn Not am Mann ist, dann findet sich doch bestimmt jemand, dessen Ehefrau mit einem Privatdarlehen behilflich ist. Oder haben sich die Freunde mit dem Amt aus dem Staub gemacht?

Amt ist ein gutes Stichwort und eine schlechte Überleitung zum parteiübergreifenden Kandidaten für das Bundespräsidentenamt. Eine Partei hat man dabei gleich mal übersehen, aber sowas kann im Eifer des Gefechts schon mal passieren. Die hätten eh nur Ärger gemacht und in die Suppe gespuckt, ähnlich, wie es die FDP vorgemacht hat, die ihren Kandidaten ins Rennen geschickt hat. Ja, richtig gelesen - zwar haben SPD und Grüne den Namen Gauck wieder ins Spiel gebracht (genaugenommen die Springerpresse), aber ebenjener Kandidat passt inhaltlich doch viel besser zur rechtsliberalen Ecke der FDP. Auf jeden Fall reibt man sich verwundert die Augen, wenn man liest, dass "man Verständnis für die Kritiker der Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze" haben soll (mehr...) oder sich mit der "Occupy-Bewegung" nur "unsäglich albern" (mehr...) verhalte. Schließlich käme der Bundespräsidentenkandidat aus einem Land, in dem die Banken verstaatlicht waren, und das will er offensichtlich nicht noch einmal. Deshalb, so die logische Konsequenz, sei Kritik an der gegenwärtigen Politik nicht angezeigt. In den Chefetagen der großen Banken dürften anschließend die Sektkorken geknallt haben, denn dort hat man öffentliche Kritik ja auch nicht so gern. Das ist ihr Präsident!

Bemerkenswert ist diese Kandidatenfindung auch vor zwei weiteren Aspekten. Da ist zum einen die seltsam anmutende Fragestellung, mit welcher Frau er denn ins Schloss Bellevue einzieht, was allenfalls vor 100 Jahren die Menschen beschäftigt hat. Und zum anderen die Ablehnung des anderen Kandidaten, Bischof Wolfgang Huber, mit der Begründung, einem säkularen Staat könne man keinen Geistlichen als Staatsoberhaupt zumuten (mehr...). Bei letzterem haben die Kommentatoren ganz offensichtlich den Lebenslauf des Joachim Gauck nicht genau genug studiert (mehr...): er ist Pastor, also Geistlicher.

Was bleibt? Vielleicht ist die Zeit gekommen, sich von der Vorstellung des Bundespräsidenten in seiner bekannten Form zu verabschieden. Eine Option könnte dabei durchaus der Bundesratspräsident sein, und zumindest Jens Böhrnsen als Interimspräsident (mehr...) hat sich dabei nicht ungeschickt angestellt.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Meine Güte

Ein Monat ist seit meinem letzten Blogeintrag vergangen, und irgendwie fühle ich mich wie in dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier". Wenn wenigstens täglich wirklich ein Murmeltier grüßen würde, hätte ich nicht mal was dagegen. Aber nein, der amtierende Bundespräsident ist noch immer Christian Wulff, auch wenn auf Kosten seines Nachnamens interessante Wortschöpfungen entstehen. Diese sind allesamt nicht einmal in einem positiven Zusammenhang zu sehen. Zudem ist der Bundespräsident Skifahren, da muss man im Zusammenhang mit CDU-Politikern auch immer vorsichtig sein.

Die Bundeskanzlerin versucht verzweifelt, den Chinesen unsere Produkte und Menschenrechte zu verkaufen (wenn sie wenigstens nicht nur unsere Produkte kopieren würden). Griechenland muss wieder einmal gerettet werden (mehr...). Vielleicht wäre es besser, es würde jemand die Griechen vor der EU retten. Das aber steht ja nicht zu befürchten, weil die darin involvierten Banken die europäischen Regierung ja gut im (Würge-)Griff haben. Und als würde sich die Geschichte wiederholen, kündigt das russische Gasunternehmen Gazprom an, seine Gaslieferung nach Westeuropa zu drosseln (mehr...).

Some things change, some things never change. Und bei diesem schlecht übersetzten englischen Ausdruck fällt mir ein, dass sich doch etwas geändert hat in einem Monat:

"For you. Vor Ort." - das Motto des insolventen Schlecker-Unternehmens sehen wir so schnell wohl nicht wieder. Was zur Abwechslung mal echt eine gute Nachricht ist.

Rennfahrer unter sich

Auf der Suche nach einem neuen Motto und Unternehmen: You und Ort (v.r.n.l.)

Donnerstag, 5. Januar 2012

Germany's next Bundespräsident

Nachdem der amtierende Bundespräsident von einer Katastrophe in die nächste schlittert, unter gekonntem Ausnutzen jeglicher auf dem Weg befindlicher Fettnäpfe, ist es an der Zeit, sich der Nachfolge zu widmen. Denn der Verbleib des amtierenden Präsidenten ist, bei allem Respekt, wirklich nur noch eine Frage der Zeit. Gestern habe ich den Deutsche-Bank-Chef ins Spiel gebracht, damit die Märkte besser schlafen können. Aber schlafen dann wir besser? Eher nicht, denn die Befürchtung besteht durchaus, dass dieses Staatsoberhaupt sodann nächtlich im Casino den Staat verzockt. Zudem haben wir mit eingebürgerten Staatsoberhäuptern keine so gute Erfahrung gemacht.

Wer soll es also machen? Die Kandidatensuche ist eröffnet.

Rennfahrer unter sich

Einer dieser beiden charmanten, bürgerlichen Herren dürfte ab Oktober Bundespräsident werden und steht dafür auch bereit. Der andere schreibt sonach seine Reden. Und führt Telefonate.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Die Zeit drängt

Heute abend hat sich der amtierende Bundespräsident im Fernsehen öffentlich verteidigt, allerdings nur bei ARD und ZDF, der Rest musste draußen bleiben (mehr...). Aber das ist schon okay, es kann ja auch nicht jeder Bundespräsident werden. Einen Rücktritt lehnt er selbstverständlich ab, schließlich ist er keiner, der aus seiner Verantwortung flieht. Zusätzlich ist sein Immobiliendarlehen noch abzuzahlen, hier zählt also auch jeder Euro. Natürlich hat er Fehler gemacht, aber er habe ja noch ein paar Amtszeiten vor sich, um diese wieder gutzumachen.

Dies kann natürlich auch eine Hinhaltetaktik sein. Denn der bevorzugte Kandidat der Finanzmärkte, Josef "Joe" Meinrad Ackermann, hat noch nicht die deutsche Staatsbürgerschaft (mehr...) und scheidet damit vorerst als Kandidat aus. Das aber wiederum lässt die Märkte schlecht schlafen.

Rennfahrer unter sich

Schlaflose Märkte unter sich: der Geldmarkt und der Arbeitsmarkt (v.l.n.r.), im Hintergrund der Konsumgütermarkt.

Crabby Jack

- Wäre die Erde eine Bank, hätte man sie schon längst gerettet.

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Comments

...dumm nur, dass ich...
...dumm nur, dass ich gar kein Geld in der Schweiz...
derCobold - 10. April, 22:21
Ja Mist
Du hast recht, und ich dachte zuerst, es sei Altbundespräsident...
CrabbyJack - 8. Januar, 17:12
Wenn das im Hintergrund...
Wenn das im Hintergrund nicht mal Joachim Gauck ist.
derCobold - 7. Januar, 23:59
Respekt! Ganz schön früh...
Respekt! Ganz schön früh dran, dieses Jahr. Vielleicht...
derCobold - 10. Dezember, 09:03
Respekt! Ganz schön früh...
Respekt! Ganz schön früh dran, dieses Jahr. Vielleicht...
derCobold - 10. Dezember, 09:03
Wo kommt er her? Wo geht...
Wo kommt er her? Wo geht er hin? Fragen über Fragen...
derCobold - 8. Dezember, 19:58
Das kommt davon, wenn...
Das kommt davon, wenn man kein Respekt vor dem Alter...
derCobold - 20. Juni, 20:52

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