Eines muss man dem amtierenden Bundespräsidenten schon lassen: in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident hat er ein gutes Näschen für gute Geschäfte bewiesen. So hat er durch seinen privat finanzierten Kredit doch für sich die Möglichkeit geschaffen, über eine längere Zeit Zinsen einzusparen (mehr...).
Aber auch bei diesen Herren hier bekommen verdiente Politiker zinsgünstige Darlehen - direkt, diskret und disagiofrei, auf Wunsch auch über Lebenspartner oder Schweizer Bankkonten. Im Hintergrund zahlen Sie bereits etwa 2% p.a. mehr.
Letztes Jahr war ich zu spät, das soll mir dieses Jahr nicht wieder passieren, darum fange ich früh an. Der Jahresrückblick 2011! In Anlehnung an den Coboldschen Jahresrückblick (mehr...) fange ich damit an, um anschließend das Stöckchen dem Cobold zuzuwerfen.
1. Zugenommen oder abgenommen?
Die Waage sagt: gleichgeblieben. Es spielt dabei irgendwie nicht mal eine Rolle, ob oder was ich esse. Aber weniger Bauch wär schon fein.
2. Haare länger oder kürzer?
Auch hier, keine Veränderung. Wenngleich, im Augenblick gibt es wieder Ansätze zur Jörg-Kachelmann-Gedächtnisfrisur, was soviel heißt wie: "Ruf bei der Friseurin an."
3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Keine Veränderung, außer, dass ich die Kontaktlinsen häufiger mal über Nacht drin lasse.
4. Mehr Kohle oder weniger?
Das ist ne gute Frage: brutto mehr, netto weniger.
5. Mehr ausgegeben oder weniger?
Mit weniger Geld mehr ausgegeben. Hm, bin ich Grieche geworden?
6. Mehr bewegt oder weniger?
Mehr, dank Bus&Bahn. Vor allem mehr gerannt...
7. Der hirnrissigste Plan?
Zu glauben, dass in Baden-Württemberg eh wieder Schwarz-Gelb an die Macht kommt und deshalb der Plan zur "Sledge-Hämmerle"-Synchronisation als final deklariert wurde. Aua.
8. Die gefährlichste Unternehmung?
Auf dem Weg zum Betriebsausflug nur mal schnell beim Autohändler einen Zwischenstopp einlegen, um den Fehlerspeicher auszulesen. Empfehlenswert, wenn man nicht weiß, wohin die restlichen Kollegen fahren und auch kein Handy mit Telefonnummern der Kollegen greifbar ist. Man wollte mir auch noch einen guten Service bieten und das Auto aussagen.
9. Die teuerste Anschaffung?
Sofa, Sofa, Sofasofasofasofa
10. Das leckerste Essen?
Tagliatelle mit Trüffelsahnesoße. Respekt.
11. Das beeindruckendste Buch?
Tja, hier hätte ich liebend gerne etwas eingetragen, aber in der Hinsicht herrscht Flaute. Und es hat nicht mal an Büchern gemangelt. Seltsam.
12. Der ergreifendste Film?
"The King's Speech".
13. Die beste CD? Der beste Download?
Die beste CD, hm, auf jeden Fall "Sophie Ellis-Bextor - Make a scene". Der beste Download war "Depeche Mode - Behind the wheel"
14. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Warten, Warten, Warten. Aber das kenne ich ja noch aus dem Vorjahr.
15. Vorherrschendes Gefühl 2011?
Nicht schon wieder eine "Rettungsaktion".
16. 2011 zum ersten Mal getan?
Ein Fernverkehrsabbonnement bei der Deutschen Bahn abgeschlossen. Obwohl ich S21-Gegner bin.
17. 2011 nach langer Zeit wieder getan?
Mit einem Partner gejoggt.
18. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
a) Nachmietersuche, auch wenn's unterhaltsam war.
b) Wohnungssuche, auch wenn's unterhaltsam war.
c) Stefan Mappus, auch wenn er unterhaltsam war.
19. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Meine Eltern davon, zur Volksabstimmung über die S21-Beteiligung des Landes Baden-Württemberg zu gehen.
Zugegebenermaßen, ich hätte ihn auch nicht gewählt (hoppla, ist doch eine geheime Wahl...), mich würden aber noch ganz andere Dinge interessieren:
Ist es auch in anderen Ländern üblich, in Nervenheilanstalten zu wählen? Sind die Patienten dort in der Lage, einen Willen zu formulieren?
Falls ja, weicht die dortige Stimmabgabe wesentlich vom Gesamtergebnis ab oder befindet sie sich in einem annehmbaren Rahmen?
Und ganz wichtig: angenommen, in einer deutschen Nervenheilanstalt wurde bei der letzten Bundestagswahl gewählt, wieviel Prozent haben für CDU/FDP gestimmt?
Geheime Stimmabgabe in Russland: Wladimir Putin und Dmitri Medwedew (v.r.n.l.) gehen seltsamerweise gemeinsam zur Wahl, im Hintergrund füllt jemand schon die Wahlzettel vorab aus.
..."Die anhaltenden "Diffamierungen und Verleumdungen" gegen meine Person und die damals von mir geführte Landesregierung diesen Schritt erforderlich machten"...
Der Grund könnte indessen woanders liegen: in Kürze findet in Baden-Württemberg die Volksabstimmung über den umstrittenen U-Bahnhof Stuttgart 21 statt. Geht diese Volksabstimmung zugunsten Stuttgart 21 aus, kann eine Regierungskrise von Grün-Rot nicht ausgeschlossen werden. Wer erscheint dann wie der Retter in der Not? Richtig, Stefan Mappus - zum Ministerpräsidenten kann er gewählt werden, ohne Mitglied des Landtages zu sein (Artikel 46 der Verfassung des Landes Baden-Württemberg eröffnet diese Möglichkeit), die Grünen sind in seiner Weltsicht sowieso Irre und deren Wähler Irregeleitete - hier ist also noch eine Rechnung offen, und überhaupt: so springt man mit ihm nicht um, ohne dafür die Zeche zu zahlen.
Kein Pirinha, dafür bewegte Zeiten im Ländle.
Soll keiner sagen, es würde kein frischer Wind wehen.