Mittwoch, 27. Februar 2008

Armleuchter!

Ja, es ist mir völlig klar, das ist beleidigend, aber es ist leider auch zutreffend. Wie die Frankfurter Rundschau schreibt, sind die Banker völlig ratlos, warum die Deutschen partout nicht konsumieren wollen (mehr...). Denn schließlich, so der Tenor, sei "das Geld ja da". Die gestiegenen Preise für Energie und Nahrungsmittel hätten den Deutschen die Einkaufslaune verdorben.

Leute, Ihr seid echt die Helden. Wisst Ihr, was mir die Einkaufslaune verdirbt? Beispielsweise Euer völlig ahnungslos und inkompetentes Geschwafel. Da wundert es mich ehrlich gesagt nicht, dass Ihr Euch allesamt auch über wundersame Kreditausfälle wundert. Wenn Ihr den Rest von Eurem durch Gier zersetzten Hirn mal nur für fünf Minuten zum Nachdenken nutzt, dann würdet Ihr unter anderem feststellen dass:
  1. man den Menschen Geld geben muss, damit sie konsumieren können. Der Miniaufschwung hat nämlich ganz offensichtlich nur die hohen Einkommen begünstigt und die konsumieren in Relation zur übrigen Bevölkerung eher weniger. Für diese simple Erkenntnis benötigt man nur ein klein wenig logischen Denkens.
  2. die ständige Panikmache wegen Überalterung und dem rein wirtschaftlich motivierten Bashing (mehr...) der gesetzlichen Rentenversicherung dazu führte, dass einige - aus Sicht von Banken und Versicherung aber zuwenige - privat vorsorgen, mit dem Ergebnis, dass dieses Geld dem Konsum entzogen wurde. Wie man einerseits sparen und andererseits konsumieren kann, das versteht nur noch ein ganz besonders schlauer Kopf. Ich vermute aber fast, das wäre nicht mehr legal.
  3. die Mehrwertsteuererhöhung (bewusst) dem Konsum geschadet hat. Mit diesen Mehreinnahmen wird ja unter einem eine völlig unnütze und volkswirtschaftlich unwirksame Steuersenkung für Unternehmen finanziert. Dass die Motivation, durch Konsum die Steuererleichterung für andere zu bezahlen, gering ist, merkt man in ganz anderen Zusammenhängen, z.B. wenn man einen Arbeiter nach Hartz-IV-Empfängern befragt.
  4. Angst eine schlechte Konsumhilfe ist. Zumal gerade die Konsumenten, auf die es ja eigentlich ankommt, Angst um Ihre Jobs haben - aktuellstes Beispiel BMW (mehr...). Das führt uns aber auch fast schon wieder zu Punkt eins.
Und jetzt geht besser noch mal in Euch, überlegt, was Ihr da zum Besten gegeben habt, und löst dieses Rätsel. Es ist gar nicht so schwer, man muss es nur wollen.

Ich helfe Euch aber auch gerne - gebt einfach kurz Bescheid. Für mich gelten übrigens die gleichen Tagessätze wie für McKinsey und Co.

- cut -

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